Veröffentlicht am: 04.01.2026

Offizielle Einführung der neuen Leitung!

Hören mit den Ohren des Herzens

Susanne Helpenstein, die Leiterin der Telefonseelsorge Neuss, wurde am 13.11.2025 in einem ökumenischen Gottesdienst in ihr Amt eingeführt.

„Wir öffnen uns den Ratsuchenden und diese öffnen sich uns, oft sehr persönlich und direkt“, sagt Susanne Helpenstein. Sie leitet seit dem Frühjahr 2025 die von den beiden großen christlichen Konfessionen getragene Telefonseelsorge in Neuss. Sie wurde nun in einem Gottesdienst gemeinsam mit sechs ehrenamtlich Telefonseelsorgenden, die ihre Qualifizierung abgeschlossen haben, in ihr Amt eingeführt. Der Gottesdienst in St. Konrad Gnadental, der von Kreisdechant Korr und Superintendent Denker geleitet wurde, stand unter der Überschrift „Öffne dich“, den Worten, mit denen Jesus einen Gehör- und Sprachlosen heilte.

„Die Telefonseelsorge öffnet sich den anderen, jederzeit, rund um die Uhr“, sagt Pfarrer Hans-Günther Korr. „Für diesen Dienst am Mitmenschen sind wir zutiefst dankbar.“ Superintendent Denker spricht von den „Ohren des Herzens“, mit denen sich die in der Telefonseelsorge Mitarbeitenden den Mitmenschen zuwenden. Nach ihrer Motivation für die anspruchsvollen Arbeit bei der Telefonseelsorge gefragt, zitiert Leiterin Susanne Helpenstein die amerikanische Familientherapeutin Virginia Satir: „Das größte Geschenk, dass ich geben kann, ist, die anderen zu sehen, zu hören, zu verstehen und zu berühren. Wenn das geschieht, entsteht Kontakt.“ Die studierte Theologin und Sozialarbeiterin Helpenstein war in der Begleitung von Menschen mit chronischen psychischen Krankheiten und Suchterkrankungen tätig, bevor sie 2023 zur Telefonseelsorge wechselte und ein Jahr später zunächst kommissarisch die Nachfolge von Barbara Keßler antrat, die die Neusser Telefonseelsorge 24 Jahre lang geleitet hatte.

Die Ohren des Herzens öffnen bei der Telefonseelsorge Neuss 24 Stunden am Tag das ganze Jahr hindurch rund 70 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Sie nehmen rund um die Uhr den Hörer ab und hören auch denen zu, die sonst niemand hören will. Mehr als 10.000 Gespräche haben die Telefonseelsorgenden in Neuss im vergangenen Jahr geführt. Oft sind die Anrufenden einsam und isolieren, von Ängsten und Krankheit betroffen.  Dieses anspruchsvolle Ehrenamt bedarf einer umfangreichen Schulung, die auch die sechs neuen Mitarbeitenden, die neben der Leiterin in ihr Amt eingeführt wurden, durchlaufen haben. Die Qualifizierungskurse starten jährlich und bereiten umfänglich auf die Seelsorge-Aufgaben vor.